Von Nina Grunenberg

Hamburg, im Februar

Die Verteidiger von law and order müßten eigentlich entzückt sein über die Spartakisten. Ordentlicher als bei dem marxistischen Studentenbund, der in dieser Woche in Hamburg seinen zweiten Bundeskongreß abhielt, kann es nirgendwo zugehen. Das begann mit den Ausweiskontrollen auf jedem Stockwerk des Curio-Hauses, in dem getagt wurde; das setzte sich fort im Plenarsaal, in dem die 486 Delegierten aus achtzig Hochschulen der Bundesrepublik eng wie in einer Sardinenbüchse saßen und diszipliniert wie brave Klosterschüler den Rednern lauschten; und das endete für den Vermieter, das Hamburger Studentenwerk, mit der Gewißheit, daß die Spartakisten die Tagungsräume in tadelloser Ordnung zurücklassen würden, weil ihnen bedeutet worden war, daß die "arbeitende Klasse" das erwartet. Nichts geht ihnen über die Solidarität mit dieser Klasse.