Von Barbara C. Beuys

Unerwartet hart hat der Präsident von Sambia, Kenneth Kaunda, im Konflikt mit Rhodesien reagiert. Die Regierung der weißen Siedler in Salisbury hatte im Januar die Grenzen nach Sambia sperren lassen, weil afrikanische Partisanen von dort gegen Rhodesien operiert hatten. Als nun Ian Smith ohne Vorbedingungen die Blockade wieder aufhob, hielt Kaunda die Grenzen seinerseits geschlossen. Ian Smith hatte sich in dem Mann verrechnet, der vor mehr als einem Jahrzehnt, im Kampf gegen die Engländer und die weißen Siedler, noch als Apostel des gewaltlosen Widerstandes aufgetreten war. Vielmehr bekräftigte Kaunda seinen Beistand für die afrikanische Freiheitsbewegung: Die Befreiung des Südens Afrikas sei eine noch unvollendete Aufgabe in der Geschichte der Entkolonialisierung. Und natürlich werde man kein Kupfer mehr über den Sambesi nach Süden transportieren.