Von Werner Höfer

Zu den Deutschen, die vorige Woche der provisorischen Bundeshauptstadt Bonn den Rücken kehrten und sich zur deutschen Hauptstadt Berlin aufmachten, um dort Stand und Gang der deutschen Dinge zu bedenken, gehörte auch Wilhelm Wolfgang Schütz, der geschäftsführende Vorsitzende des "Kuratoriums Unteilbares Deutschland".

Gegründet wurde diese Institution in einem Jahr hochgeschraubter und bitter enttäuschter Hoffnungen, 1954, im Zusammenhang mit der gescheiterten Berliner Vierer-Konferenz; die treibende Kraft hinter der Gründung war Jakob Kaiser, dessen politischer Berater Wilhelm Wolf gang Schütz damals war; es gehörte zur Gründungsabsicht, in diesem überparteilichen Gremium den Gedanken der Wiedervereinigung lebendig zu erhalten und den Zusammenhalt zwischen den getrennten Teilen Deutschlands zu stärken; zum Präsidenten wurde Paul Lobe gewählt; Bundespräsident Theodor Heuss wählte den Namen "Unteilbares Deutschland".