Die Sowjetzone besucht die Deutsche Industrie-Ausstellung

Von unserem Korrespondenten

K. W. Berlin, im September

Hundertzweitausend waren es am Abend des zweiten Tages, und 65 000 von ihnen waren von "drüben" gekommen, aus Pankow und Weißensee, aber auch aus Leipzig und Halle, um wenigstens schauend Anteil an dem zu haben, was am Berliner Funkturm in elf großen Hallen als "Lebensstandard der freien Welt" zu sehen ist. Was die 3. Deutsche Industrie-Ausstellung von Berlin, die jetzt während vierzehn Tagen gezeigt wird, von allen Messen anderen Orts, von Hannover, Frankfurt und Köln – und schon gar von Leipzig, unterscheidet, ist die bewußte Absicht, darzustellen, was ist – und nicht, was sich als Neuheit von morgen oder als Wunschtraum von übermorgen anbietet: ein Bild des Lebens in der zivilisierten Welt des Westens. Das ist in Berlin gelungen.