Die Wintershall Aktiengesellschaft Celle, die der zum 30. September einberufenen Hauptversammlung für 1951 die Wiederaufnahme der Dividenden-Zahlung mit 5. v. H. vorschlägt, legt jetzt die Abschlüsse für die Zeit von der Währungsreform bis einschließlich 1951 vor. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß sich das Tätigkeitsfeld dieses Kali-Konzerns zunehmend auf die Erdölgewinnung und -verarbeitung ausgedehnt hat. Von den in der Bundesrepublik im Jahre 1951 von allen Unternehmen vorgenommenen Aufschluß- und Produktionsbohrungen von rund 404 000 Metern entfallen rund 15 v. H. (66 000 m) auf Wintershall. Die Erdölförderung von Wintershall betrug im Jahre 1951 rund 257 224 t, ist also gegenüber 1950 mit 259 163 t nur wenig zurückgeblieben! 1946 wurden 91 815 t Erdöl gefördert. Im ersten Halbjahr 1952 betrug die Förderung 134 158 t. Die Verarbeitung des Erdöls findet nur zum kleineren Teil in eigenen Raffinerien statt. Die Raffinerie Salzbergen, deren 1932 errichtete Benzin-Krackanlage veraltet war, wurde inzwischen auf eine nach neuesten Verfahren arbeitende Schmierölfabrik mit 90 000 t Jahresdurchsatz umgewandelt. Das gemeinsam mit der Gewerkschaft Elwerath geplante und im Bau befindliche Raffineriewerk In Holthausen bei Lingen, am Dortmund-Ems-Kanal gelegen, ist ein nach modernsten Prinzipien, nach amerikanischer Lizenz, im TCC-Verfahren angelegtes Benzinwerk. Das auf einen Mindestdurchsatz von 500 000 t Emslandöl im Jahr veranschlagte Werk erhält das Erdöl von den einzelnen Feldern wie in den Vereinigten Staaten unmittelbar durch Rohrleitungen (Pipelines) zugeleitet? es soll etwa im August 1953 in Betrieb kommen. Die Wintershallgruppe, die in der Kaliproduktion in der Bundesrepublik an zweiter Stelle steht, hat ihr Hauptwerk Bergmannssegen-Hugo bei Lehrte bis Ende 1951 auf eine Tagesförderleistung von 3600 t Kali ausgebaut, die inzwischen auf 4000 t je Tag gesteigert werden konnte. Während bis Ende des Geschäftsjahres 1951 die von den Kaliwerken im Bundesgebiet produzierten Mengen restlos abgesetzt werden konnten – der Exportanteil betrug etwa ein Viertel aller Abladungen –, mußte dem Bericht zufolge seit dem Frühjahr 1952 nach der Inbetriebnahme weiterer Schächte und der Vergrößerung vorhandener Anlagen ein Teil der Erzeugung auf Lager genommen – werden, der aber voraussichtlich im Düngejahr 1952/53 (16. Mai 1952 bis 15. Mai 1953) mit abgesetzt werden wird. – Aus der Bilanz zum 31. Dezember 1951 (Vergleichs- – zahlen zum 21. Juni 1948 in Klammern): Anlagevermögen 57,52 (69,71), Beteiligung 67,38 (57,33), Umlaufvermögen fast verdoppelt auf 124,79 (58,85), darunter als größter Posten Forderungen an nahestehende Unternehmen 65,17 (37,33), Vorräte 21,78 (18,24), flüssige Mittel 16,91 (0,85) und sonstige Forderungen 14,90 (11,26). Andererseits betragen Verbindlichkeiten 38,98 (25,28), Rückstellungen 49,35 (5,64), darunter 9,98 (unv.), für den Zinsendienst des Wintershall-Anteils an der Pfundanleihe des Deutschen Kalisyndikats, gesetzliche Rücklage 17,11 (16,0), sonstige Rücklagen 38,93 (42,44), Wertberichtigungen 1,15 (0,00). Die Bilanzsumme ist von rund 204 Mill. DM am Währungsstichtag auf rund 256 Mill. DM am 31. Dezember 1951 gestiegen. Von den Beteiligungszugängen entfallen rund 8,13 Mill. DM auf Kapitalaufstockungen bei den Tochtergesellschaften und rund 4,19 Mill. DM auf Zugänge bei den Beteiligungsgesellschaften, der Gewerkschaft Erdöl-Raffinerie Emsland (+ 3,25 Mill. DM), der Emsland-Erdölleitung GmbH. (+ 0,18 Mill. DM) und der Westfalenbank AG. – Bochum (+ 0,76 Mill. DM). Diesen Zugängen stehen Wertberichtigungen gegenüber, so daß sich der Saldozugang bei Beteiligungen auf 10,05 Mill. DM beläuft.