Aber wie gesagt, das sind Erscheinungen "am Rande". Grundsätzlich wichtig hingegen ist die folgende Erkenntnis: Wer ernstlich bei den öffentlichen Aufwendungen sparen will, muß sich an die großen Posten halten, und hier nun wieder an solche, die nicht (wie etwa die Ausgaben für den Wehrbeitrag) durch zwischenstaatliche Verträge "gebunden" und damit "fixe" Kosten geworden sind. Wie wäre es beispielsweise mit dem Aufwand für soziale Hilfeleistungen? Er wird teils durch Steuern, teils durch "Beiträge" (Lohnabzüge, vom Arbeitnehmer, und Lohnzuschläge, vom Arbeitgeber aus gesehen) finanziert und erreicht eine Größenordnung von fast 30 v. H. des Volkseinkommens. Selbst Lord Beveridge meinte dieser Tage: eine Rationalisierung könne dem deutschen System der sozialen Hilfeleistungen nicht schaden; selbst SPD und Gewerkschaften sprechen hier von der Notwendigkeit einer "Entflechtung". (Auf ein Teilgebiet bezogen, wurde kürzlich von einem Kommunalpolitiker die schöne Sentenz geprägt: da sei ein Paragraphen-Dschungel entstanden, in dem sich "noch nicht einmal der Eingeborene" mehr zurechtfinde; unbedenklich kann man das gleiche für den Gesamtbereich sagen.)