Wer in den schon sehr herbstlichen Tagen der letzten Woche im Auto durch die Bundesrepublik fuhr, stieß oft auf militärische Fahrzeuge, abgesperrte Straßen, auf Schilder mit Symbolen und Zahlen. Das war im Süden so, im Norden und auch in dem Zwischengebiet. Und wer in bestimmten Gegenden des sowjetisch besetzten Teils Deutschlands wäre, hätte ähnliches bemerken können, nur daß er – anders als im Westen – als harmloser Zuschauer kaum geduldet worden wäre.

An sich sind Manöver kein Grund zur Aufregung, sie gehören in den Gang der militärischen Ausbildung und sind für den Soldaten wie für den Bauern eine jahreszeitliche Erscheinung. Aber selten haben Manöver so viel Aufmerksamkeit hervorgerufen wie die jetzigen in den beiden Hälften Deutschlands. Während es den meisten Deutschen der Mittelzone sicher lieber gewesen wäre, daß die Truppen in den schmutzigbraunen Sowjetuniformen dort übten, wo sie zu Hause sind, konnte man im Westen sehr deutlich feststellen, daß die Masse der Bevölkerung der Meinung war: Wenn schon Manöver, dann diese, die unserer Sicherheit gelten.