Werner H. Deusch: Die Aktzeichnung in der europäischen Malerei 1400–1950 (Brüder Auer Verlag, Bonn, 38 S. Text, 121 Abb., Leinen 28 DM).

Die Aktzeichnung bedeutet für viele Laien den Inbegriff dessen, was dem Beruf des bildenden Künstlers das Glänzende zugleich wie das Anrüchige verleiht, einen Anhauch der Boheme, einer Freiheit, die über die bürgerliche Ordnung hinausreicht. Man sieht in dem Aktstudium gemeinhin etwas Amouröses, und man denkt sich den Maler gern, wie er ein nacktes Modell abkonterfeit. Die schönsten Aktzeichnungen aus den letzten fünf Jahrhunderten zusammenzustellen, könnte daher vielen als eine leichte und gewissermaßen charmante Aufgabe erscheinen.