Der Deutsche Industrie und Handelstag hat vor kurzem (gemeinsam mit dem Gesamtverband des Deutschen Groß- und Außenhandels) durch das Institut "Finanzen und Steuern" einen Gesetzentwurf ausarbeiten lassen, der auf die steuerliche Förderung der produktiven Leistung abzielt. Etwa gleichzeitig heben die Finanzminister der Länder, auf Initiative von Nordrhein-Westfalen, im Bundesrat neue Vorschläge zur Vereinfachung der Einkommensbesteuerung gemacht. Nun ist das Bundesfinanzministerium am Zuge: es will einen "Gegenvorschlag", machen, in aen, wie man hört, "einige Punkte" aus den Reformvorschlägen der wirtschaftlichen Spitzenverbände übernommen werden sollen. Es sieht also nun doch so aus, als ob man sich noch vor dem Beginn des neuen Finanzjahres (und damit; vor den Neuwahlen für den Bundestag) zu einer "kleinen Steuerreform" durchringen werde. "Die Zeit" wird in Kürze noch ausführlich über die Reformvorschläge des Instituts "Finanzen und Steuern" berichten, die sich also ausschließlich auf die Gestaltung der Einnahmeseite des Etats beziehen; zunächst erscheint es uns zweckmäßig, die Frage der Einsparungsmöglichkeiten bei den Ausgaben einmal nachdrücklichst anzuschneiden.