R. S. Bonn, Ende September

Über die Zweckmäßigkeit der Begegnung mit den fünf Sendlingen Pankows gingen die Meinungen in Bonn nicht nur im Parlament auseinander. Der Gegensatz reichte bis in die höchsten Regierungsstellen.

Der Bundestagspräsident hatte sich bekanntlich für den Empfang, aber gegen ein Gespräch entschieden. Den Besuch überhaupt abzulehnen, hielt er schon wegen des propagandistischen Mißbrauchs, der mit einer solchen Ablehnung getrieben worden wäre, für verfehlt. Die beiden Vizepräsidenten Professor Carlo Schmid von der SPD und Dr. Schäfer von der FDP waren der gleichem Auffassung. Dann aber entschied die Parteileitung der SPD anders. Und Prof. Schmid mußte seine Meinung ändern. Der Bundeskanzler mißbilligte den Entschluß des Bundestagspräsidiums. Aber Ehlers stand nun einmal hier, er konnte nicht mehr anders, seine Fraktion half ihm; hätte sie ihm nicht geholfen, wäre er wahrscheinlich Manns genug gewesen, es auch allein fertigzubringen.