Die Bayerische Staatsbank hat als erste deutsche Großbank ihren Geschäftsbericht für das Jahr 1951 veröffentlicht. Er weist gegenüber dem im Mai d. J. veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 1950 die Fortsetzung einer erfreulichen Entwicklung auf, die unmittelbar nach der Währungsreform begann. Die durch das Gesetz über die Bayerische Staatsbank vom 25. Oktober 1950 vorgesehene Wiederaufstockung des Kapitals auf 40 Mill. DM ist nun voll durchgeführt. Während zum 31. Dezember 1950 noch der Bilanzposten "Nicht eingezahltes Kapital" mit 15 Mill. DM aufgeführt wurde, ist dieser nunmehr verschwunden, da der Bayerische Staat inzwischen auch die zweite Einschußrate auf die Kapitalserhöhung in Form von Wertpapieren geleistet hat. Die Zunahme des Geschäftsvolumens kommt in den Bilanzziffern für das Jahr 1951 deutlich zum Ausdruck. Am 31. Dezember 1949 betrug die Bilanzsumme noch rund 470 Mill. DM und stieg auf 670,942 Mill. DM am 31. Dezember 1950. Zum 31. Dezember 1951 hat sich die Bilanzsumme auf 800,658 Mill. DM erhöht, d. h. um rund 19 v. H. gegenüber dem Stand des Vorjahrs. Die Barliquidität ist bei Einbeziehung auch der Spareinlagen in die Gesamtverpflichtungen mit 13 v. H. konstant geblieben, während sich die Gesamtliquidität von 29 v. H. auf 33 v. H. erhöht hat. Unter Einbeziehung auch der Ausgleichsforderungen in die liquiden Mittel errechnet sich die Gesamtliquidität mit 49,5 v. H. (im Vorjahr 47,5 v. H.) der Gesamtverpflichtungen. Wie im Vorjahre hat die Bayerische Staatsbank dem Staate wieder durch kurzfristige Kassenkredite unmittelbare Kredithilfe zu Zwischenfinanzierungen im Rahmen des Haushaltsplanes gewährt. Darüber hinaus hat sie für eigene und fremde Rechnung in bedeutendem Umfang Steuergutscheine des Bayerischen Staates übernommen und für die Unterbringung der bayerischen Schatzanweisungen gesorgt. Sie war auch an der Gewährung staatsverbürgter Flüchtlingskredite, Remontage- und Restitutionskredite und an der Finanzierung bayerischer Staatsunternehmen stark beteiligt. Als Außenhandelsbank und als Geschäftsbank der privaten Wirtschaft, deren Kontoeinlagen durch das Gesetz vom Oktober 1950 staatsgarantiert sind, hat die Bayerische Staatsbank in großem Umfang alle einschlägigen Export-Importgeschäfte, Industriefinanzierungen und Wertpapier- und Börsengeschäfte durchgeführt. Zum ersten Male seit der Währungsreform weist die Bilanz einen Reingewinn in Höhe von 2 120 563,67 D-Mark auf. DM 1 000 000 wurden dem Reservefond zugewiesen, DM 1 000 000 an die Bayerische Staatskasse abgeführt und der Rest vorgetragen. H. P. L.