Von Dieter Beste

Der Tauernexpreß läuft in den Bahnhof Salzburg ein. Draußen regnet es, der deutsche Steward sammelt die leeren Coca-Cola-Flaschen ein, die Zollkontrolle beendet ihre Formalitäten, die Festspielgäste steigen aus. Einheimische strömen dafür ein und füllen Abteile und Gänge bis auf den letzten Winkel. Die Reisenden aus Ostende und Kopenhagen, die nach Triest, Rom oder Belgrad wollen, nehmen das Gedränge als Vorboten des nahen Balkans. Die Österreicher scheinen sich nichts dabei zu denken und tragen alles mit stoischem Gleichmut. Bis auf einen Reisenden, der im Gedränge alle paar Minuten das Standbein wechselt: "Dös is a Saubetrieb bei uns! Nie san d’ Züg’ pünktlich. Draußen in Deutschland gibt’s dös net!" –