Wer von uns weiß wohl, wieviel Versehrte es in Deutschland gibt, die im Kriege oder durch Unfall in Arbeit und Beruf ihre Gliedmaßen verloren haben und nun unter harter körperlicher Behinderung mit den Mühen des Alltags fertig werden müssen? Nicht weniger als 150 000 Beinamputierte leben in der Bundesrepublik, und diese Zahl allein zeigt schon zur Genüge, wie groß das Leid und das Elend ist.

Wer von uns weiß auch, wie drückend das Gefühl ist, ein Krüppel zu sein? Ein Gefühl, das einem Spannkraft und Leistungsfähigkeit und damit die Freude am Dasein rauben kann. Mit Mitleid allein ist nichts getan. Im Gegenteil. Wir wissen aus Erfahrung, wie furchtbar es immer war, wenn wir auf unserem Krankenlager oder beim ersten Ausgang mit den monströsen Verbänden immer nur bedauert wurden. Mochten die teilnahmsvollen Worte noch so gut gemeint sein, man mochte sie nicht mehr hören. Hier mußte ganz anders geholfen werden. Die Hauptsache war, den Unglücklichen jegliche Hemmung zu nehmen und ihnen das Gefühl ihrer Vollwertigkeit wiederzugeben.