Von Indro Mortanelli

Nachdem Dino Grandi, Exminister und Exgesandter des Faschismus, sich endlich entschlossen hat, sein neunjähriges Schweigen zu brechen und in einer römischen Zeitung die Wahrheit über jene berühmte letzte Sitzung des Großrates des Faschismus in der Nacht auf den 25. Juli 1943 zu veröffentlichen, fühle auch ich mich von einer Schweigepflicht entbunden, die mir Grandi bei unserer Begegnung in Estoril auferlegte. Einen Journalisten zum Schweigen zu verpflichten, ist ein schwieriges Unterfangen, ihn aber, auch nachher dieses Schweigen einhalten zu lassen, ist beinahe eine Unmöglichkeit. Grandi gelang es. Er hat mir bei unseren späteren Begegnungen nie dafür gedankt, und mir ist nie der Gedanke gekommen, daß er es hätte tun sollen.