Die Aktienkurse sind in der vergangenen Woche in einem gesunden Tempo weiter nach oben gegangen. Berufshandel und Publikum beurteilen die nahe wirtschaftliche Zukunft optimistisch. So war der Börsenverlauf an allen Plätzen (einschließlich Berlin) ausgesprochen freundlich, wobei sich das Kaufinteresse zunehmend auch auf solche Papiere erstreckte, die wochen-, teilweise sogar monatelang ein Mauerblümchendasein führten.

Der Montanmarkt bildet weiter das Rückgrat. Nach Anlaufen der Montan-Union dürfte sich die Nachfrage, des Auslandes nach deutschen schwerindustriellen Werten eher noch verstärken. Für die deutsche Kundschaft fällt die in letzter Zeit häufiger ausgesprochene Hoffnung ins Gewicht, daß die Unternehmen des Eisen- und Stahlsektors als erste Anwärter für neues Auslandskapital in Frage kommen. Für den laufenden Börsenhandel spielt vorerst allerdings noch die Umstellungsfrage die Hauptrolle. Da werden weiter günstige Quoten genannt, und nach Lage der Dinge wird es wohl auch keine großen Enttäuschungen geben, wenngleich einige Verwaltungen bereits mehrfach vor übertriebenen Erwartungen gewarnt haben. Am stärksten haussiert wurden in der vergangenen Woche Eisenhütten, die Aktien schlossen zum Wochenende mit 113 v. H. (Wochengewinn 15 1/2 Punkte), Rhein. Stahlwerke 185 (plus 9 Punkte), Mannesmann St. 164 (plus 7 1/2 Punkte). Tauschoperationen brachten dem Montanmarkt zwar zeitweise etwas Ruhe, doch in keinem Fall Verluste.