Die Gefahr der Vermassung und die sich daraus ergebende Notwendigkeit, Eigentum und Selbständigkeit, wo sie heute noch vorhanden sind, zu bewahren und entgegen den Konzentrationstendenzen der Zeit neu zu schaffen – dieses bewegende Problem, eine Woche vorher am gleichen Ort von den Haus- und Grundbesitzern bereits nachdrücklich angesprochen, war auch großes Thema der Schulze-Delitzsch-Leute, die in Hamburg ihren "Genossenschaftstag 1952" abhielten. Wenn im Meinungsstreit der Parteien der genossenschaftlichen Unternehmungsform bald vorgeworfen wird, sie sei erwerbswirtschaftlich entartet, oder, sie sei Wegbereiter des Kollektivismus, so zeigten die Tage in der Hansestadt, daß die Genossenschaften als Selbsthilfeorganisation des Mittelstandes auf dem Boden einer liberalen Wirtschaftsordnung gewachsen sind und sich auch heute dazu bekennen. Die Tatsache, daß die Schulze-Delitzsch-Verbände trotz der ihnen durchaus eigenen Wirtschaftsgesinnung, die durch die starke Betonung des Solidaritätsgedankens gegeben ist, innerhalb der Marktwirtschaft ihren festen Standort haben, zeigt, wie weiträumig das Feld unserer Wirtschaftsordnung und wie ausbaufähig sie auch nach der Seite des Sozialen ist.