Rlt. Düsseldorf, Anfang September

Hätte die Stahltreuhänder-Vereinigung anläßlich ihres Ablebens zum 1. September 1952 schwarze Anzeigen verschickt, dann hätten diese Erinnerungsurkunden goldumrändert sein können. In Deutschland hat niemand die Stahltreuhänder um ihre Aufgabe beneidet: nicht nur die Vollstrecker alliierter Diktate eines fortgesetzten Wirtschaftskrieges gegen die deutschen Schlüsselindustrien zu sein, sondern auch noch für diese Arbeit die Verantwortung mitübernehmen zu müssen. Stellung und Tätigkeit dieser Männer war daher stets umstritten. Zwar hatten die Gewerkschaftsvertreter seinerzeit ihre Posten nicht ungern übernommen, da sich deren Pläne einer Zerschlagung der deutschen Stahlindustrie mit alliierten Wünschen deckten. Die von der Unternehmerseite delegierten Männer übernahmen dagegen die gleiche Bürde unter dem Vorzeichen: Wir wollen retten, was zu retten ist.