Die Verhaftung von 47 Politikern in Ägypten, unter denen sich drei Mitglieder der Familie des Exkönigs Faruk, acht führende Mitglieder der einflußreichen Wafdpartei, fünf Mitglieder der Saadpartei und vier Angehörige der "Faruk-Clique" befinden, leitete den zweiten Abschnitt der von General Mohamed Nagib geführten Revolution ein. Mit dem zurückgetretenen Ministerpräsidenten Ali Maher ist der letzte aus der Dynastie der alten Ministerpräsidenten und Minister, die sich in ihren Ämtern abwechselten, von der Regierungsbühne verschwunden. Die beiden Faktoren, die zu dem entscheidenden Eingriff des Generals in die Geschäftsführung Ali Mähers führten, waren die zögernde Haltung des Kabinetts in der Frage des Bodenreformgesetzes und die offensichtlich dilatorische Behandlung der Säuberung des Regierungsapparates und der politischen Parteien von korrupten Elementen. Die Enttäuschung, Nagibs und der hinter ihm stehenden Kreise über das langsame Tempo bei der Durchführung dieser beiden Maßnahmen, die sie für eine Gesundung der Verhältnisse im Lande für unerläßlich ansehen, führte zur Auslösung jener Aktionen, die der Generalstäbler Nagib für alle Fälle vorher sorgfältig ausgearbeitet haben dürfte: Verhaftung der Korruptionsverdächtigen, Rücktritt des Kabinetts Ali Maher, Übernahme des Amtes des Ministerpräsidenten, Neubildung eines nur aus Zivilisten bestehenden Kabinetts, in dem er gleichzeitig Kriegsminister ist. All das vollzog sich im verfassungsmäßigen Rahmen mit der Zustimmung des Regentschaftsrates innerhalb von 24 Stunden. Das neue ägyptische Kabinett General Nagibs hat in neuneinhalbstündiger Nachtsitzung Gesetze über die Bodenreform und zur Reorganisation der politischen Parteien mit dem Ziel ihrer Auflösung gebilligt.