Über das Problem der farbigen Besatzungskinder hielt der Journalist Erich Lissner, der ein solches Kind adoptiert hat, im Hamburger Amerika-Haus einen Vortrag.

Ach, was für ein reizendes Kind! Und so gesund! Das haben Sie wohl immer unter der Höhensonne?!"

"Höhensonne? Gar nicht! Ist alles echt, das ist ein Mulattenbübchen."

"Um Gottes willen! Wie entsetzlich! Und so etwas fahren Sie auch noch herum?!"

Es scheint, daß braune Haut künstlich gebräunt sein muß, soll sie reizend und nicht entsetzlich sein.

Zwei ließen sich jedenfalls durch diese und ähnliche Bemerkungen nicht stören, nämlich der kleine schokoladenfarbene Donatus, der im Kinderwagen saß, und seine Pflegemutter, die den Kinderwagen schob. Sie blieben fröhlich und zufrieden. Die Frau, weil bei ihr nicht an der Stelle des Herzens ein Vorurteil saß, und das Kind, weil es noch keine Ahnung hatte, daß Farben Weltanschauungsfragen sind.