Eine erfreuliche Selbständigkeit in der Beurteilung industriepolitischer Entwicklungen hat der Betriebsrat der Firma Fried. Krupp Essen, bewiesen. Er verwahrte sich jetzt gegen die allgemein in der Gewerkschaftspresse auftretenden Verunglimpfungen deutscher Unternehmerfamilien und stellt fest, daß die sozialistische Politik der persönlichen Angriffe bekannter Unternehmer am nachhaltigsten die Belegschaften der Werke treffe. Der Betriebsrat von Krupp veröffentlichte eine Stellungnahme gegen eine Nachricht in Nr. 32 der Gewerkschaftszeitung "Welt der Arbeit", in der eine tendenziöse Darstellung des Neubaues eines Privathauses von Krupp erschienen war. Der Betriebsrat erklärt, daß die Unterhaltung von Villa Hügel jährlich 400 000 DM erfordern würde, was die Familie Krupp nicht mehr bezahlen könne. "Wir haben uns davon überzeugt, daß Alfried Krupp, der Erbe der Firma, sich jetzt ein einfaches, einstöckiges modernes Wohnhaus in zweckmäßiger Form außerhalb des Parkgeländes von Villa Hügel errichtet". Der Betriebsrat schreibt weiter: