Burkard Nadolny: Konzert für Fledermäuse, Roman. (Holle Verlag, Dannstadt, 328 S., Leinen 10,80 DM.)

Das kurze Leben des Robert Killgans, das hier bewußt im Tone des klassischen bürgerlichen Bildungsromans erzählt wird, beginnt in der Stadt der Buddenbrooks mit dem Bankrott seines Vaters. Familie Killgans muß in Ratzeburg beim Schwiegervater und zweitklassigen Krämer unterkriechen, wo Robert, bis dahin Gymnasiast, als kriechen, unter die großväterliche Fuchtel genommen wird. Aber der Moder der Kleinstadt vermag ihn nicht einzufangen. Ein Zufall bei der nächtlichen Übersiedlung bringt ihm die Freundschaft mit dem Sohn des adligen Ratzeburger Landrates und seiner Schwester Constanze ein. Ebenso bedeutungsvoll wird die Bekanntschaft mit einem seltsamen Hausgenossen, dem Zoologienhändler Wagner, der eine Orgel mit Überschallwellen konstruiert hat, um die Fledermäuse auf seinem Dachboden aus dem Winterschlaf zu scheuchen und dadurch die Theorie zu bestätigen, daß Fledermäuse auf Ultraschall reagieren.