Von Paul Hühnerfeld

Vor über zwei Monaten – am 1. Juli 1952 – ist in Berlin ein offener Streit zwischen Ärzten und der Berliner Krankenkasse, der Versicherungsanstalt Berlin (VAB), ausgebrochen. Seit diesem Tage nimmt kein Arzt Westberlins mehr einen Krankenschein der VAB an. – Was war geschehen?

Am 31. März lief der Vertrag zwischen den Ärzten und der Krankenkasse ab. In den einsetzenden Verhandlungen wollten die Ärzte lediglich erreichen, daß ihnen wenigstens die Honorare in voller Höhe ausgezahlt würden, die ihnen selbst nach der Meinung der Krankenkasse zustanden. Die ärztlichen Unterhändler konnten beweisen, daß im letzten Vierteljahr 1951 Behandlungen im Werte von 21 Millionen DM an Versicherten durchgeführt worden warer; die Versicherung erklärte sich aber außerstande, mehr als 12 Millionen DM zu zahlen: sie blieb also hinter ihren eigenen sowieso schon kärglich bemessenen Honorarsätzen um fast 50 vom Hundert zurück.