Die Erkenntnis, daß ein Volk auf die Dauer nur soviel verzehren oder investieren kann wie es laufend produziert, ist uralt. Demgegenüber kann die Methode, das Sozialprodukt zahlenmäßig zu erfassen, nur auf eine Tradition von wenigen Jahrzehnten zurückblicken. Noch jünger ist die Verwendung derartiger Berechnungen als wichtiges Werkzeug der Wirtschaftspolitik. Hier sind die angelsächsischen Länder seit geraumer Zeit führend. Auch die Bundesrepublik bemüht sich gegenwärtig, ihre wirtschaftsstatistische Apparatur dem neuen Bedarf anzupassen; freilich beansprucht ein solcher Aufbau Zeit. Es kann daher nicht wundernehmen, daß die westdeutsche "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung", wie diese Berechnungen in Deutschland genannt werden, gegenwärtig noch Lücken aufweist (beispielsweise fehlen die ergänzenden Einkommensberechnungen) und bisher nur halbjährlich veröffentlicht wird.