Von Paul Hühnerfeld

Ein Mann ist zu 150 DM Geldstrafe verurteilt worden, weil er sich an fremdem Eigentum vergriffen hat. Das fremde Eigentum war der Schäferhund seines Untermieters. Der Hund hatte den Hausbesitzer einige Male angebellt, und der Hausbesitzer sagte dazu vor Gericht: der Hund habe ihn beißen wollen, und er habe Angst gehabt.

Diese Angst hat ihn nicht gehindert, dem Schäferhund mit einem schlecht wirkenden Gift zu traktieren: das Tier starb unter furchtbaren Qualen, die fast eine Stunde andauerten. – Beim Tierschutzverein zuckte man resigniert die Achseln, als ich fragte, warum dieser Mann nur wegen Vergreifens an fremdem Eigentum, nicht aber wegen Tierquälerei bestraft würde: "Tierquälerei ist in diesem Falle das leichtere Vergehen: hätte man den Hausbesitzer deswegen bestraft, so wäre die Strafe noch geringer ausgefallen."