Was die Dividende anbelangt, ist der Aktionär in den zurückliegenden Jahren das Stiefkind der Wirtschaft und vor allem der Prügelknabe der Steuergesetzgebung geworden. Die Beträge, die die Gesellschaften für soziale Aufwendungen bereitstellen, stehen in keinem Verhältnis zu den Summen, die der Aktionär als Verzinsung seines Kapitals erhält. Selbst bei Verlustabschlüssen wird der Belegschaft eine Weihnachtsgratifikation und dergleichen kaum vorenthalten, der Aktionär jedoch, der eigentliche Besitzer des Unternehmens, geht leer aus. Ja, man geht in gewissen Kreisen sogar so weit, die Dividende "als solche" bereits als etwas Unanständiges zu betrachten. Dabei spukt das böse Schlagwort vom "arbeitslosen Einkommen" noch in manchen Köpfen. Es kann deshalb als ein typisches Zeichen unserer Zeit angesehen werden, wenn kürzlich ein Vertreter der Schutzvereinigungen darum bitten mußte, doch zu erwägen, wie man freiwillige soziale Aufwendungen und jene Beträge, die der Aktionär erhalten soll, in ein bestimmtes Verhältnis bringen könne.