Wir sich über die Entwicklung des wirtschaftlichen Lebens in der Bundesrepublik orientieren will, der wird als einen der wichtigsten Gradmesser die "Index-Ziffer der industriellen Produktion" verfolgen, die vom Statistischen Bundesamt allmonatlich mit großer statistischtechnischer Präzision berechnet wird.

In den Lageberichten der Ministerien, der Banken und der Forschungsinstitute nimmt der Produktionsindex mit Recht einen hervorragenden Platz ein. Die neueste Zahl wird stets mit Spannung erwartet – zumal in einer Zeit, in der die Konjunktur weder eindeutig nach oben noch eindeutig nach unten tendiert. Hier schon muß der Wirtschaftsforscher seine warnende Stimme erheben, um zu verhindern, daß eine gutgläubige Öffentlichkeit bei der Deutung des Geschehens die einzelnen Monatsdaten des Index auf die Goldwaage legt. Die jüngste Ziffer – für Juli – zeigt einen für diese Jahreszeit ungewöhnlichen Sprung nach unten. Die Produktion ist gegenüber dem Vormonat um 6 v. H. zurückgegangen. Diese Feststellung darf aber ebenso wenig dramatisiert werden, wie umgekehrt die voraufgegangene ungewöhnliche Steigerung des Index von Mai auf Juni mit Vorsicht ausgelegt werden sollte.