Weltliteratur in zwei Pavillons

Vor genau hundertfünfundzwangig Jahren wurde der Begriff der Weltliteratur dort zum erstenmal geprägt, wo er zur konkreten geistigen Wirklichkeit geworden war: in Weimar. Zu Eckermann sprach Goethe das folgenschwere Wort: "Nationalliteratur will jetzt nicht viel sagen; die Epoche der Weltliteratur ist an der Zeit, und jeder muß jetzt dazu wirken, diese Epoche zu beschleunigen." In unserer Zeit zunehmender Nivellierung des Denkens dürfen wir erst recht Goethes Mahnung nicht überhören: "Nur wiederholen wir, daß nicht die Rede sein könne, die Nationen sollen überein denken, sondern sie sollen nur einander gewahr werden, sich begreifen und, wenn sie sich wechselseitig nicht lieben mögen, sich einander wenigstens dulden lernen."