Unvoreingenommene Informationen aus den

Satellitenländern des Ostblocks sind heute kaum zu beschaffen. Um so bemerkenswerter, daß jetzt ein Verlag in der Bundesrepublik, die Frankfurter Verlagsanstalt, das "Rumänische Tagebuch 1951" einer westdeutschen Schriftstellerin verlegen kann, das er im Text auf der Umschlagsklappe als "ungefärbten Bericht" bezeichnet. Das sieht wie ein Wunder aus: eine Westdeutsche (Irma Loos, 45 Jahre alt, wohnhaft in München) wird in das Land Ana Paukers eingelassen, darf sich dort umsehen und berichtet (wie der Klappentext weiter sagt) "absichtslos" über das, "was ihr nicht gefällt", und über das, "was ihrem Verstand und ihrem Herzen entgegenkommt und gefällt". So tolerant sind also die rumänischen Machthaber, und so günstig ist für den deutschen Leser die "einzigartige Gelegenheit, einen Blick hinter den Vorhang zu tun".