E. A. G., Rotterdam, im September

Noch vor einem Jahr galt die Währungslage Hollands als äußerst unsicher. Die Handelsbilanz verschlechterte sich zusehends, und die Korea-Hausse wirkte sich verhängnisvoll aus. Der Ansturm der Käuferschaft auf lebenswichtige Rohstoffe führte in dem rohstoffarmen Holland zu einer Entwicklung der Tauschparität, die die Wirtschaft, mit ernster Sorge erfüllte, da die Wareneinfuhr in der Menge verstärkt werden mußte, ohne daß durch die Ausfuhr ein entsprechender Ausgleich herbeigeführt werden konnte. Infolge der Liberalisierung strömten die Waren praktisch ungehindert ins Land, während sich Westdeutschland als Hauptabnehmer holländischer Exportartikel genötigt sah, die Erteilung von Einfuhrlizenzen vorübergehend zu stoppen – eine Maßnahme, die zwar unvermeidlich war, für Holland aber eine bittere Pille bedeutete. Auch als der deutsch-holländische Handel wieder in Fluß kam, herrschte noch Ungewißheit über die weiteren Geschäftsmöglichkeiten, da die Neubelebung im Warenaustausch erst allmählich in den holländischen Außenhandelsziffern zum Ausdruck kam.