Seit dem 1. Mai 1951 besteht zwischen der Deutschen Bundesbahn (DB) und den Französischen Staatsbahnen (SNCF) ein Abkommen über den Austausch und die gemeinsame Benutzung von Eisenbahngüterwagen, das im Hinblick auf die Verwirklichung gesamteuropäischer Bestrebungen von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist.

Die Gründe für den Abschluß dieses Güterwagen-Pools sind vor allem darin zu suchen, daß sowohl Frankreich wie Deutschland durch den Krieg und seine Folgen eine große Zahl von Güterwagen eingebüßt haben und nur unter erheblichen Anstrengungen in der Lage sind, den Spitzenverkehr – besonders im Herbst, – mit ihrem eigenen Wagenpark zu bewältigen. Während Deutschland vor dem Kriege – bezogen auf die Bundesrepublik – rd. 360 000 betriebsfähige Güterwagen besaß, waren 1951 nur 254 000 Wagen vorhanden. Den dadurch bedingten Wagenmangel hat man zunächst durch eine starke Verminderung der Wagenumlaufzeit (d. h. der Zeit, die ein Wagen im Durchschnitt von einer Laderechtstellung bis zur nächsten braucht) zu beheben versucht. Der Erfolg zeigte sich darin, daß die durchschnittliche Wagenumlaufzeit von 9,3 Tagen in 1946 auf 4,4 Tage im Vorjahr herabgedrückt werden konnte. Dies entspricht bei einem Bestand von 254 000 betriebsfähigen Wagen einer Erhöhung der arbeitstäglichen Stellzahl um rund 30 000 auf 59 800 Wagen.