Im Mittelpunkt der Jahrestagung des Haus- und Grundbesitzer-Zentralverbandes, die anläßlich des 120jährigen Bestehens des Hamburger Grundeigentümervereins von 1832 in der Hansestadt abgehalten wurde, standen die aktuellen Fragen der Erhaltung des privaten Haus- und Grundbesitzes, der Mietangleichung und der "Entproletarisierung" durch die Schaffung von Wohnungseigentum.

Bei allen Sorgen und Nöten, die den westdeutschen Haus- und Grundbesitz nun schon seit Jahren belasten und die von maßgebenden Experten im Rahmen der Jahrestagung behandelt wurden, gab es doch auch verschiedene Lichtblicke. Zu ihnen zählt die Feststellung des Bundeswohnungsministers Fritz Neumayer, daß der Wohnungsbau ein wichtiger Aktivposten im Kampf für Europa sei und der Verteidigungsbeitrag die weitere Entwicklung des Wohnungsbaues nicht stören werde. Erfreulich war auch die Feststellung über die Entwicklung des Wohnungsbaukapitals: die Kapitalsammelstellen konnten in den ersten sieben Monaten 1952 für 1,05 Mrd. DM. neue Hypotheken für den Wohnungsbau gegenüber kaum 730 Mill. DM in der Vorjahresvergleichszeit bereitstellen. Anerkennung verdient ferner die rückläufige Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Bauarbeitern: Ende Juli 1951 hatte sie 134 000 betragen; in diesem Jahr war sie auf 105 000 abgesunken. Die Zusage des Ministers, künftig größere Aufmerksamkeit der Schaffung von Eigenheimen und Stockwerkseigentum zuzuwenden, läßt die Erwartung zu, daß auch auf diesem Gebiet die Entproletarisierung energisch gefördert wird.