Seit langem hat kein Vorgang in Westeuropa die Drahtzieher des Kremls so in Harnisch gebracht, wie die bevorstehenden Flottenmanöver der NATO in der Ostsee. Die Intensität der Angriffe, mit denen die Prawda und der Moskauer Rundfunk sowie die kommunistische Presse Dänemarks die Vorbereitungen zu den Flottenübungen begleiten, nimmt an Stärke zu, je näher der 13. September, der Tag des Beginns der Operationen, heranrückt. Es ist besonders das dänische Kommunistenorgan "Land und Volk", das sich zum Sprachrohr des sowjetrussischen Unwillens macht. Es stehe im Widerspruch zu den nationalen Interessen Dänemarks, so heißt es in dieser Zeitung, wenn die Insel Bornholm mit den umliegenden Gewässern für die "militärische Abenteuerpolitik" der Atlantikpaktmächte, zur Verfügung gestellt würde. Darin müsse eine nicht ungefährliche Provozierung der Sowjetunion erblickt werden. In der ganzen Agitation tritt immer unverhüllter der sowjetische Standpunkt zutage, daß die Ostsee ein mare nostrum der Sowjets sei.