Er ist fett und außer Atem", sagt, bei Schlegel, Hamlets Mutter von ihrem Sohn, um zu begründen, daß er beim Fechten durch einen Trunk gestärkt werden muß. "He’s fat and scant of breath", heißt es im englischen Urtext. Hat sich Shakespeare wirklich den Dänenprinzen, der die Tragödie des Bewußtseins erleidet, als einen korpulenten Herrn vorgestellt? Lange Zeit fügte man sich dem vermeintlichen Dichterwort und nahm an, der Hamlet der Uraufführung, Shakespeares Kollege Burbage, sei zu dieser Zeit schon verfettet gewesen. Aber das hieße, Shakespeare eine schlimme Taktlosigkeit zutrauen. Und eine andere Erklärung, die man versucht hat, um das Paradox aufzulösen – die Erklärung, fat könne auch bedeuten: "glänzend von Schweiß" – scheitert daran, daß Schwitzen beim Fechten in voller Hofkleidung viel zu selbstverständlich ist, als daß die sportkundige Königin es eigens betonen würde.