In einigen Lokalen in Deutschland kann man jetzt die Gäste bestellen hören: "Einen Tonic, bitte." Dann bringt der Kellner ein wasserhelles bläulich opalisierendes Getränk, das aus Gin und Tonic besteht. Gin kennt jeder, aber was ist Tonic, das dem Getränk seine erfrischende Wirkung gibt?

Tonic ist nichts anderes als Chininwasser. Chinin nun, ein Extrakt der Chinarinde, ist ein in der Heilkunde sehr stark verwendetes Alkaloid von desinfizierender und tonischer (zusammenziehender) Wirkung, es war durch Jahrhunderte das einzige Heilmittel gegen Malaria. Auf dem Wege aus den Tropen hat das Chininwasser daher auch seinen Weg nach Europa gefunden. Die Engländer lernten das Chinin von den Eingeborenen in den Tropen kennen und fingen an, es vorbeugend gegen Malaria zu gebrauchen. Die Spanier sollen es in Südamerika schon im 17. Jahrhundert verwendet haben. Da Chinin sehr bitter ist, versuchte man es zu mischen, und so kam es mit dem bei den Engländern seit Jahrhunderten höchst populären Gin zusammen. Wer die Mischung Gin–Chininwasser täglich gebrauchte, gewöhnte sich daran: die Prophylaxe gegen Malaria wurde eine "erfreuliche Pflicht", wie es in einem amerikanischen Bericht darüber heißt.