Von Indro Montanelli

Dies die Geschichte eines heiligen Mannes in Indien:

Als nach der Besetzung Heiderabads Nehrus Polizeitruppen 1948 in Telengana eintrafen, fanden sie dort auf einem Gebiet von 10 000 Quadratkilometern, mit einer Bevölkerung von über 4 Millionen Einwohnern, eine schon seit zwei Jahren bestehende kommunistische Verwaltung vor mit den obligaten Bauernsowjets, den Kollektivsilos und ... den Volkstribunalen, die beim kommunistischen Fortschritt niemals fehlen. Der Kampf um die wiederherzustellende Ordnung war von vornherein schwierig, weil erstens einmal alle diejenigen, die an dieser Ordnung interessiert waren, inzwischen längst ins Jenseits befördert waren, und weil die Überlebenden alle mehr oder weniger mitverantwortlich oder zum mindesten solidarisch mit dem neuen System waren. Nach zweijährigen Kämpfen konnte der General Chadhuri, der die Polizeitruppen befehligte, nur nach Delhi melden, "daß die Lage noch ungeklärt sei". Und so blieb sie bis zum 3. Oktober 1951, als die Kommunisten sich plötzlich bereit erklärten, den Widerstand aufzugeben und die Gesetze anzuerkennen, obwohl sie in dieser Zeit weder militärisch noch politisch irgendeinen. Rückschlag erlitten hatten, der diesen plötzlichen Widerruf rechtfertigte. Sie waren einfach einem neuen Feind begegnet, auf den sie nicht vorbereitet waren und der sie in Schrecken versetzt hatte.