Seit nicht mehr als 100 Jahren ist die Urlaubsreise üblich. Früher pflegte man an Ort und Stelle die Ausgewogenheit zwischen Arbeit, Muße und Erholung. Die Reise diente Geschäften oder der Bildung. Heute will man alles auf einmal. Aber wer alles will, erhält nichts. Der Reiseverkehr, so wird gemeldet, ist gegenüber dem Vorjahr um 60 v. H. gestiegen, aber die Hotelbesitzer und Pensionsinhaber sagen dennoch, es war kein guter Sommer: die Leute fahren immer gleich weiter. Die neue Art des Reisern besteht darin, möglichst große Entfernungen zurückzulegen. Am Tage werden rasch und flüchtig die "Sehenswürdigkeiten" besichtigt und nachts in den bequemen Reiseomnibussen schlafend weite Strecken zurückgelegt oder es wird neben dem Auto kurz gezeltet und weitergerast. Eine große Unrast ist unter den Leuten. Ist es die wiedergewonnene Bewegungsfreiheit, die die Menschen vorwärtstreibt, oder die Angst, es könnte bald wieder damit zu Ende sein. Sind die Menschen auf der Flucht und deshalb unfähig zur Einkehr? Auf der Flucht wovor?