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Ausgabe Nr. 32/1952

DIE ZEIT

Flucht in den Tod

Jenen, die heutzutage im Apparat der Bürokratie sitzen, ist ebensoviel Macht gegeben wie seinerzeit dem absoluten Herrscher, der über Leben und Tod entschied.

Die Zone des Verbrechens

Es vergeht kein Tag, an dem nicht aus der deutschen Sowjetzone Nachrichten zu uns dringen von abscheulichen Verbrechen, die dort von der Regierung, von Behörden, Richtern und Beamten begangen werden.

Roter Stern gegen Rotes Kreuz

Als die 18. Konferenz des Internationalen Roten Kreuzes in Toronto (Kanada) eröffnet wurde, da fanden sich die Delegierten unter Mitwirkung der Generalsekretärin des "Russischen Roten Kreuzes und Roten Halbmonds" in einem fröhlichen Toast auf dieses "lebende Symbol des guten Willens zwischen den Nationen".

Immer noch Streit um Kaschmir

Die Gespräche, die in Neu-Delhi zwischen dem indischen Ministerpräsidenten Nehru und dem mit indischer Unterstützung zum Ministerpräsdenten des Staates Jammu und Kaschmir erhobenen Scheichs Mohammed Abdullah über die staatsrechtliche Stellung Kaschmirs innerhalb der Indischen Union geführt wurden, endeten mit einen vollen Erfolg des Scheichs.

Ein streitbarer Bischof

Auf dem lutherischen Weltkongreß in Hannover hat sich der norwegische Bischof Berggrav in sehr eindringlichen Formulierungen mit dem Verhältnis des Christenmenschen zum Staat auseinandergesetzt.

ZEITSPIEGEL

Der Staatspräsident von Indonesien, Sukarno, hat während des Besuches des philippinischen Staatspräsidenten, Elpidio Quirino, die Außenpolitik Indonesiens folgendermaßen definiert: "Wir haben uns entschlossen, das Niemandsland zwischen den sich bekämpfenden Lagern zu besetzen, damit wir in Zusammenarbeit mit anderen gleichgesinnten Ländern als ein Puffer zwischen den Gegnern wirken können.

Komödchen-Kabarett

Zum Schluß steht ein Kommödchen auf der Bühne: ihr Symbol-Möbel; und darauf legen sie die Blumen, wenn sie welche kriegen. So war es auch in Hamburg, als die Leute vom Düsseldorfer Kabarett "Kom(m)ödchen" in den "Kammerspielen" gastierten.

Reformation in Permanenz

Der schwedische Bischof D. Anders Nygren, der als Präsident des Lutherischen Weltbundes dessen Tagung in Hannover eröffnete, hat in einem programmatischen Vortrag die Forderung erhoben: "Vorwärts zu Luther", weil die Reformation der Anfang einer Entwicklung sei, deren Verwirklichung noch in der Zukunft liege.

Überorganisierte Tonkunst

Dank der Aktivität von Wolfgang Stdnecke und der Großzügigkeit der Stadt Darmstadt ist die Anziehungskraft der "Internationalen Ferienkurse für Neue Musik" während der sieben Jahre ihres Bestehens immer größer geworden.

Reise nach Marokko

Es ist ein Vergnügen, zwei junge deutsche Künstler vorstellen zu dürfen, die Talent haben und bei denen es sich allem Anschein nach lohnen wird, zu verfolgen, wie sie sich weiter entwickeln werden: Dietmar Lemke und Rudolf Kügler.

Philosophen mit und ohne Bart

Wenn man den Marmorbüsten glauben darf, haben Sokrates, Platon und Aristoteles’ Vollbärte getragen. Dasselbe taten, nach vielen Jahrhunderten mit bartlosen Denkern, die Philosophieprofessoren vor hundert und auch noch vor fünfzig Jahren.

Rektorenkonferenz

Mit dem Reden über Examensreformen und ‚Studium generale‘ ist’s wie mit dem Trinken: wenn man einmal damit angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören .

Das leidige Kapitel "Beziehungen"

In Auslandsveröffentlichungen eines bestimmten Landes wurde ein Thema behandelt, das sich mit den sogenannten "five per center" beschäftigt, worunter Menschen zu verstehen sind, die in einflußreichen Stellungen sitzen und ihre Einflüsse und Beziehungen zu maßgebenden Persönlichkeiten gegen 5 v.

Finnen-Holz über Lübeck

Seitdem es der Lübecker Hafen-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit einer Speditionsfirma und der Deutschen Bundesbahn gelungen ist, den Umschlag bedeutsamer Grubenholzmengen aus Finnland nach Lübeck zu ziehen, sichern die neuen Ausschreibungen der Grubenholzaktion für diese Ostseehafenstadt weitere Lieferungen möglicherweise bis 1953.

Sprung ins Wasser

Der Bundesrat hat sich für die Freigabe der Eisen- und Stahlpreise entschieden. Er hat dabei Mut und Optimismus bewiesen und einen Teil seines Fehlurteils in Sachen Schrott (vergl.

"Wir haben den Peso abgewertet ..."

Argentiniens Staatspräsident, General Juan D. Perón, ist ein Freund der Vollbeschäftigung. Er dreht seit Jahr und Tag an der berühmten Lohn- und Preisspirale und exerziert mit seiner "Arbeitswährung", die er an die Stelle des "unproduktiven Goldes" setzt, das noch einmal durch; was unter dem Banner des Faschismus und Nationalsozialismus bereits vorgemacht – und gescheitert ist.

Brasilien-Rätsel

Deutsche Exporterlöse in Höhe von 120 Mill. Dollar liegen in Brasilien fest, weil die dortige Preisebene weit über dem Weltmarkt-Niveau liegt, der Bezug von brasilianischen Produkten also weitgehend entfällt.

Industrie kontra Erhard

Zu der Diskussion um das Kartellgesetz, die sich zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung zwischen Professor Erhard und der deutschen Industrie entwickelt, hat der Bundesverband der Deutschen Industrie eine Entschließung veröffentlicht.

Zahlen sprechen

Einige interessante Daten veröffentlicht der Verein der Unternehmer der Textilindustrie im Bezirk München-Gladbach in seinem Jahresbericht: setzt man die Lebenshaltungskosten, die Einkommen der Beamten und die Löhne der ungelernten Textilarbeiter, der Spinnerinnen und der Weber im Jahre 1938 jeweils = 100, so ergibt sich 1951 für die Lebenshaltungskosten die Kennzahl 161, für die Beamtengehälter 110, die Löhne der ungelernten Textilarbeiter 184,5, die Löhne der Spinnerinnen 208 und die Löhne der Weber 235.

Kraftwerk Allgäu

Die Kohlenknappheit, die in Württemberg während des letzten Winters zu recht beträchtlichen Einschränkungen in der Industriestromversorgung, zu dem Verbot von Lichtreklamen und schließlich zu Rationierungsmaßnahmen geführt hat, verleiht einem Kraftwerkprojekt der Schwaben A.

Bundesbahn mit good will

Mehr und mehr tritt für den Vorstand und den Verwaltungsrat der Deutschen Bundesbahn nach der Bewältigung organisatorischer Aufgaben die fachliche Arbeit in den Vordergrund der fünfjährigen Amtsperioden.

Ein neuer Grundstein gelegt

Eine Grundsteinlegung, wie sie Frankfurts Oberbürgermeister Dr. h. c. Walter Kolb (hammerschwingend nach üblichem Zeremoniell) vollzog, ist – wenn nicht selbst schon ein Ereignis – in diesem Falle vielleicht jenen Schatten vergleichbar, die künftige Ereignisse vorauswerfen.

Klare Entscheidung

"Die süddeutschen Industrie- und Handelskammern haben es begrüßt, daß der Ausstellungs- und Messeausschuß der Wirtschaft sich seit geraumer Zeit angelegentlich um die Bereinigung des deutschen Messewesens bemüht.

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