Es gibt Menschen, die vom modernen Betrieb der Olympischen Spiele behaupten, daß diese großen internationalen Kämpfe die nationalen Leidenschaften aufpeitschen. Aus dem Sieg einer Fußball-Mannschaft wird ein nationaler Feiertag gemacht, die Niederlage einer Turnriege zu einem völkischen Unglück erklärt, von dem gut angebrachten uppercut eines Boxers verspricht man sich das Heil dieser Welt. Tatsächlich haben die olympischen Ereignisse in Helsinki mehr als einmal diesen Kritikern recht gegeben. So mancher Zuschauer der Kämpfe erkennt nur seinen Landsmann an und klatscht nur ihm Beifall. Die Zeitungen der Heimatländer feiern nur die "eigenen" Erfolge und verschweigen die Taten der Fremden geflissentlich. Man spricht vom Sieg des amerikanischen Stabhochspringers Richards als einem "Sieg der USA". Die Repräsentanz der Länder zählt mehr als der Sport! Als ob die nationale Ehre vom Gewinn oder Verlust eines sportlichen Wettkampfes abhängen könnte!