Von Erhard Göpel

Zürich, Ende Juli Nach rechts geht es durch metallgefaßte Glastüren zur Ausstellung "Kunst um 1900"; links steigen auf breiter Treppe Mädchen in blauen Leinenhosen, junge Männer in offenen, großkarierten Hemden zu den Werkstätten der Kunstgewerbeschule Zürich hinauf. Ein modernes Milieu. Der große Raum – 1930 erbaut in sehr strengen Formen – zeigt deutlich, welchem Ziele die um 1900 so vielfältig aufbrechenden Strömungen zustrebten.

Vor der ersten Kulisse mit dem programmatischen Wegweiser stehen vier Sessel, eine Ahnentafel des modernen Stils: gedrechselte Renaissance von 1875, ein englischer Reformstuhl mit hoher Lehne von 1894, geschwungener, kurviger Jugendstil um 1900, ein Stahlrohrstuhl 1925.