Von Dr. h. c. Helene Weber, MDB

Ein Nachwort zur Umfrage der "Zeit" über die neuen Familienrechts-Gesetzentwürfe (siehe Ausgabe vom 24. Juli) sendet uns die Bundestagsabgeordnete Dr. h. c. Helene Weber, die als Mitglied des Parlamentarischen Rates schon an der Formulierung des heute oft zitierten Artikels 3 des Grundgesetzes beteiligt war.

Schon in der Weimarer Verfassung, deren Grundrechte allerdings für Gesetzgebung und Rechtsprechung nicht zwingend waren, steht der Satz: "Die Ehe beruht auf der Gleichberechtigung der Geschlechter." Im Parlamentarischen Rat in Bonn (1948/49) sind die Grundrechte verpflichtend für Gesetzgebung und Rechtsprechung geworden. Dreißig Jahre sind seitdem vergangen. Große wirtchaftliche, soziale und geistige Wandlungen haben das Frauenleben verändert und die Frau durch eine vertiefte Bildung und die Anforderungen des Lebens selbständig gemacht. Das geltende Familienrecht mußte umgewandelt werden.