Eva Peron, die Gattin des argentinischen Staatspräsidenten, ist im Alter von dreißig Jahren gestorben. Schon seit langem war sie krank, und hätte sie sich von ihrer politischen Arbeit rechtzeitig zurückgezogen, wäre sie wohl durch eine Operation noch zu retten gewesen. Aber von ihrer Arbeit fasziniert und überzeugt davon; sie müsse ihrem Manne helfen, begab sie sich erst in ärztliche Behandlung, als es schon zu spät war.

Sie war nicht die junge, schöne Frau des allmächtigen Präsidenten in einem totalitär regierten Staat, die sich damit begnügt hätte, die Rolle einer ersten Dame des Landes zu spielen, sie war vielmehr eine ungewöhnlich begabte Politikerin, die gleichberechtigt neben ihrem Gatten stand. Sie war es gewesen, die ihren Mann mit Hilfe der Gewerkschaften aus dem Gefängnis befreite, in das ihn der damalige Präsident gesetzt hatte. Sie leitete die von ihr gegründete Peronista-Frauenpartei. Peron selbst hat einmal gesagt, daß er sich auf drei Machtfaktoren stütze, die Gewerkschaften, die Peronista-Partei und die Peronista-Frauenpartei. Von diesen Faktoren kontrollierte Eva Peron zwei. Ihr Tod trifft also nicht nur den Gatten, sondern auch den Staatsmann schwer.