Religiöse und weltliche Kunst – Zwei Ausstellungen in Hannover

Von Martin Rabe

Ob moderne Kunst und Christentum sich vertragen können, vielleicht sogar gut zueinander passen, ist eine Frage, die wohl wert ist, gestellt zu werden. Der neueste, nach Übereinkunft der "Wissenden" zeitgemäße Stil bevorzugt eine gegenstandsfeindliche Darstellungsweise. Bei ihr kann man gewiß viele Themen behandelt finden, weil ja ihr Inhalt sowohl vom Autor wie vom Betrachter willkürlich gesetzt wird, ihre Formen also eine unendlich variable Ausdeutung erlauben. Der christliche Glaube aber ist an ganz bestimmte unverrückbare Inhalte gebunden, und infolgedessen ist die abstrakte Richtung der modernen Kunst, die dem Betrachter bestenfalls ein unbestimmtes Schwärmen, aber nie ein konzises Begreifen erlaubt, nicht geeignet, christliche Themen darzustellen.