Der Mensch von heute – wenn er schon nicht zur Kirche geht – er geht ins Kino ... Dies war eine der Formulierungen, die der Hamburger Soziologe Schelsky vortrug, als im Rahmen der "Ruhrfestspiele" zu Recklinghausen über den Film diskutiert wurde. Aber er wußte noch andere, ebenso wahre Feststellungen: Die Welt der Arbeit sei dem Menschen von heute nicht der Raum, seine Gefühle loszuwerden. Es sei der Film, der ihm Gelegenheit zur Gefühlsentladung schenke, ihm die Leitbilder seines Verhaltens gebe, ihm hülfe, soziale Grundsätze zu formen und politische Entscheidungen zu treffen. Kein Wunder, daß die Vertreter der Gewerkschaften an diesem und an ähnlichen Referaten interessiert waren. Die Welt der Arbeit, die das Feld des gewerkschaftlichen Wirkens ist, reicht nicht aus, den Menschen glücklich zu machen. Die Kirche – nun, sie ist die Sache der Gewerkschaft nicht. Dann also der Film! Wer den Film beeinflußt, der beeinflußt die Gefühle der Massen, die allgemein menschlichen Regungen, aber auch – die politischen...