Das westdeutsche Braugewerbe erholte sich nach dem Kriege viel später als viele andere Industrien, da Bier in "Friedensqualität" erst ab 1949 hergestellt werden konnte. Seit Beendigung der "Dünnbierzeit" sind die Ausstoßziffern der Brauereien des Bundesgebietes allerdings ständig gestiegen und betrugen 1949/50 ca. 16,7 Mill. hl und 1950/51 sogar 21,8 Mill. hl. Auch konnte die westdeutsche Brauindustrie im vergangenen Jahr einen recht beachtlichen Exporterfolg erzielen: wurde doch mit der Ausfuhr von 340 000 hl Bier im Gesamtwert von rd. 30 Mill. DM das Ergebnis des Vorjahres fast verdoppelt und der Export der Vorkriegszeit übertroffen. Trotz dieser erfreulichen Bilanz darf sie doch nicht zu einer falschen Betrachtungsweise verleiten hinsichtlich der Ertragsverhältnisse im Braugewerbe. Außerdem ist der Bierkonsum der Zeit vor 1939 noch lange nicht erreicht: 1951 belief sich der Verbrauch pro Kopf der Bevölkerung auf nur 47 l, während er 1938 noch bei rd. 70 1 lag. Dieser Rückstand wird auch dadurch bestätigt, daß die Produktionskapazität der westdeutschen Brauereien im Durchschnitt erst zu 75–80 v. H. ausgenutzt wird, wenn auch einige Betriebe Friedensausstoß erreichten.