Kritik an der Unzulänglichkeit des Gesetzentwurfes zur Kapitalmarktförderung, Pessimismus über eine Verwirklichung der Altsparer-Entschädigung im jetzigen Zeitpunkt und ein erneuter massiver Generalangriff auf die Steuerpolitik Bonns waren – auf einen Nenner gebracht – die Angelpunkte der Tagung des Bayerischen Sparkassen- und Giroverbandes in München. Aufhorchen ließ vor allem die Skepsis des bayerischen Wirtschaftsministers Dr. Seidel, der im Augenblick eine Barentschädigung für die Altsparer wegen einer zu starken Anspannung des öffentlichen Haushaltes für ebenso unmöglich hält wie eine Satisfaktion mit veräußerlichen Wertpapieren oder eine "Wiedergutmachung" in gesperrten Titeln, die den zukünftigen Kapitalmarkt belasten, ohne die Sparermoral zu heben.