Zu allen Zeiten und in allen Ländern wurden Weine und Branntweine nach ihren Ursprungsgebieten bezeichnet und bewertet. Für Frankreich trifft diese Herkunftstradition in erster Linie zu. Sind doch Geschmack und Blume der ungezählten Abarten gewöhnlicher, feiner, aber vor allem feinster Weine, welche dieses Land nicht seit Jahrhunderten, sondern seit über 1000 Jahren methodisch erzeugt und über die eigenen Grenzen hinaus verkauft, eng mit dem Boden und seinen Eigenarten verbunden, auf dem die Rebe gedeiht. Doch genügt es heute nicht, daß die Flasche, sobald sie einmal auf denTisch des Konsumenten gelangt, einen allgemeinen Herkunftsnachweis trägt. Wer etwas vom Wein versteht und Wert auf wirklich gute Jahrgänge legt, der muß in einem so alten und berühmten Weinland wie Frankreich auch auf andere Bezeichnungen als auf den bloßen landschaftlichen Ursprung achten. Genau wie das Land und seine Bewohner selbst, so tragen auch seine Weine eine Reihe individueller, für den Kenner wichtige und voneinander deutlich unterscheidbare Merkmale.