Die französische Wirtschaft ist heute noch wie zur Zeit Colberts weitgehend beherrscht von den Ideen der Selbstversorgung, des Protektionismus und des Beharrens auf einer (nur oberflächlich gewandelten) Zunftordnung; dem entspricht die vielverbreitete Abneigung gegen Neuerungen. Unternehmer und Arbeiter haben die Schutzprinzipien konsequent zur Beschränkung von Produktion und Produktivität organisiert, um die Erträge hoch zu halten. Billige Importe, so fürchtet man, würden die heimische Industrie gefährden und zur Arbeitslosigkeit führen. Auch der Handel sieht seine Aufgabe vielfach darin, die "geschützten" Preise bei billigen Importen durch höhere Handelsspannen zu erhalten. An dieser – auch in Deutschland verbreiteten – massiven Mentalität Scheitern nur zu oft die "revolutionären" Bemühungen schnell wechselnder Regierungen, durch Rationalisierung und Leistungssteigerung eine Expansion herbeizuführen.