Die Beunruhigung der verladenden Wirtschaft durch das ständige Hin und Her in den Diskussionen um weitere Tariferhöhungen will nicht abreißen. Am 15. Oktober des vergangenen Jahres war die vierte Tariferhöhung seit der Wahr rungsreform erfolgt. Noch aber hatte man nicht alle Tarife umgerechnet, als Staatssekretär Frohne bereits von der Notwendigkeit einer neuen Tariferhöhung sprach. Es ist deshalb recht erstaunlich, daß man sich bis zur Kohlepreiserhöhung mit den Tariferhöhungswünschen geduldete.

Inzwischen war allerdings das Bundesbahngesetz in Kraft getreten, der Verwaltungsrat der Bundesbahn berufen und von diesem der neue Bundesbahnvorstand gewählt worden. Eine Tariferhöhung setzte jetzt die Beteiligung dieser neuen Gremien voraus. Dieser Schwierigkeit war man in Hause des Ministers Seebohm durchaus gewachsen. Nach eingehenden Verhandlungen zwischen dem Ministerium und der Hauptverwaltung der Bundesbahn (HVB), die offenbar einerseits vom Staatssekretär Prof. Frohne und andererseits vom Generaldirektor Frohne geführt wurden, herrschte die einmütige Auffassung, daß eine allgemeine Gütertariferhöhung um 10 v. H. notwendig wäre...