Die Riviera wurde in früheren Jahren wegen ihres milden Klimas aufgesucht. Die Saison reichte von Neujahr bis Beginn des Frühlings, im Sommer lagen die zahllosen Hotels still. Geschmack und Mode haben sich geändert. Heute sucht man den Winter auf, wo es am winterlichsten ist, den Sommer, wo es am sommerlichsten ist. Der Sommeraufenthalt an der Riviera ist die große Mode geworden.

Man blieb aber dabei nicht stehen. Jetzt hat man die nordafrikanische Küste als den idealen Sommeraufenthalt entdeckt. Das Klima ist das gleiche wie an der Riviera. Hier wie dort ist man vor den Unbilden eines verregneten Sommers geschützt, der vielen schon den ganzen Urlaub verdorben hat. Dazu kommen in Nordafrika der Reiz eines neuen fremdartigen Volkslebens, der Zauber der afrikanischen Landschaft und die geheimnisvollen Wunder uralter Kulturstätten. Dichte Wälder von Eichen, Fichten, Oliven und Eukalyptusbäumen ziehen sich von den Bergrücken des Innern bis an die Küste, die meist von einem breiten Band feinen Sandstrandes gesäumt ist. Auf den Höhen unweit der Küste in Bugeaud bei Bône, in Chrea bei Algier, in Tlemcen bei Oran, um nur einige Orte zu nennen, trägt eine beständige Prise Erfrischung zu. Der Drang der Menschen, sich immer neue Bereiche zu erschließen, hat auch die Sahara im Anschluß an den Aufenthalt an der Küste der Touristik verpflichtet. Man umgeht die Widrigkeiten der Wüste, indem man die Ausflüge in die Nachtstunden verlegt, in denen der Mond die Sandsteppe in einer wunderbaren Helle von einzigartigem Reiz schauen läßt. In drei bis vier Tagen führt die Reise von Bône zur Ruinenstadt Timgad, die in der Einzigartigkeit ihrer Erhaltung auch Pompeji übertrifft, durch die herrlichen Schluchten von El Kantara zur wunderbaren Oase von Biskra nach Touggourt, der geheimnisvollen heiligen Stadt des Islam im Herzen der Sahara. Die ganze Reise kostet 5950 ffrs (70 DM).