Anläßlich der Münchener Verbandstagung der Lebensversicherer, an der Vizekanzler Blücher und Minister Prof. Erhard teilnahmen, erklärte Generaldir. Dr. Gerd Müller (Allianz, Stuttgart) mit betonter Deutlichkeit: Über 700 Mill. DM sind seit der Währungsreform von den Lebensversicherungs-Unternehmen für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt worden. Das sind fast 60 v. H. der gesamten Kapitalanlagen. Hiervon entfielen 80 v. H. auf den sozialen Wohnungsbau. Die Neuanlagen sind von 53 Mill. DM im Jahre 1949 auf über 500 Mill. DM im Jahre 1951 gestiegen. Die Lebensversicherungs-Unternehmen, so führte er weiter aus, haben sich in ihrer Anlagepolitik der besonderen Notlage der Gesamtwirtschaft angepaßt. Während früher Hypothekenkredite im wesentlichen auf bereits fertiggestellte Wohnhäuser beschränkt waren, ist nach der Währungsreform der Wohnungsbau durch im voraus erteilte Kreditzusagen in vielen Fällen überhaupt erst ermöglicht worden. Es sei bedauerlich, bemerkte Dr. Müller zum Sanierungsprogramm für den Kapitalmarkt, daß es sich fast ausschließlich auf das "Gesetz zur Förderung des Kapitalmarktes", das heißt auf die Förderung der festverzinslichen Werte beschränke. Es sei in erster Linie wichtig, die Kapitalbildung in jeder Weise zu unterstützen.